Überholabstände Messen und Kartieren

Wie oft passiert es uns, dass uns ein Auto zu dicht überholt und beinahe vom Sattel holt? Auf dem Weg zur Arbeit oder zurück nach Hause sind es die Schrecksekunden, die die sonst so angenehme Fahrt ins Grauen wandelt. Viel mehr Menschen würden häufiger mit dem Rad Arbeitswege fahren, wenn sie nicht um ihr Leben fürchten müssten. Und genau da setzen wir an.
Was wir alle kennen, überprüfen wir nun wissenschaftlich. Wo ist es sicher? Wo nicht?
Mit diesem Wissen gelang es in Berlin geschützte Radwege juristisch abzusichern. Das wollen wir in Kassel und Umgebung auch!
Ein OpenBikeSensor – das ist ein Gerät, das den Überholabstand von Autos zu Fahrrädern misst und die Messungen speichert.
Das Projekt soll möglichst viele Daten zu Überholabständen beim Fahrradfahren sammeln. Auf einer Karte sieht man dann, wo zu eng und gefährdend überholt wird und wo deshalb dringend an der Infrastruktur geschraubt werden muss. Diese Informationen wollen wir sammeln, um zu zeigen, wo die Infrastruktur in Bezug auf Überholabstände nicht ausreichend ist. Das gesamte Projekt, die benötigte Software und auch die Baupläne für die Hardware stehen frei und kostenlos für alle zur Verfügung (OpenSource). Fertig zu kaufen gibt es die Sensoren nicht. Darum der Selbsbauworkshop.
Workshop – Sensoren für Kassel Bauen
Wir wollen am Samstag, 13. April ab 11Uhr (unmittelbar nach Ankunft der Sternfahrt zur Markthalle) gemeinsam die OpenBikeSensoren in der Wilhelmstraße bauen.
Es kommen zwei erfahrene Vereinsmitglieder vom OBS aus Freiburg, welche die Bauteile mitbringen und uns beim Zusammenbau unterstützen. Wir werden in 2er Teams jeweils zwei Sensoren bauen. Löt-Erfahrung ist von Vorteil aber keine Voraussetzung. Wir bauen die Sensoren als Kasseler „Radgemeinschaft“ mit dem Ziel möglichst viele Daten zu sammeln.
Sie werden uns auch die Bedienung und den download auf eine Plattform zeigen. Erst danach zeigen sich die Bedarfe und Anforderungen zur Änderung der Infrastruktur.
Dem OBS -Verein ist wichtig, dass die Sensoren eingesetzt werden und nicht in privaten Keller „versauern“. Wenn ein Pendler oder Pendlerin täglich die selbe Strecke fährt, sind nach etwa drei Wochen so viele Daten vorhanden, dass es keinen weiteren Erkenntnisgewinn gibt. Dann sollte der Sensor zur nächsten Alltagsradlerin oder zum nächsten Alltagsradler weitergegeben werden.
Dafür können wir uns bei einem regelmäßigen, vielleicht monatlichen Stammtisch austauschen und den OBS tauschen.
Weitere Eindrücke
Link zum Projekt: https://www.openbikesensor.org/
Für Rückfragen: jens_ks+OBS@posteo.de

